Zielfernrohre

OptikZielfernrohre für Jäger

Schmidt & Bender Zielfernrohr

Zielfernrohre für Jäger
Absehen


Die Funktionen und Kriterien der 
Zielfernrohre:

In der Technik unterscheiden sich  Zielfernrohre durch die Vergrößerung:
feste Vergrößerung

z.B. 6x42, 8x56

  • Vergrößerung kann nicht verändert werden
     
  • Vorteile: 
    leichter und  preisgünstiger
     
  • Nachteil: 
    Vergrößerung und Sehfeld können nicht unterschiedlichen Jagdsituationen angepasst werden.

variable Vergrößerung

z.B. 
1,5 -  6 x 42
2,5 -10 x 48
   3 -12 x 56

  • Vergrößerung kann verändert werden
    hohe Vergrößerung für weite Entfernungen 
    oder in der Dämmerung
    kleine Vergrößerung für kurze Entfernungen 
    oder für ein großes Sehfeld
     
  • Vorteil: 
    Vergrößerung und Sehfeld können unterschiedlichen Jagdsituationen angepasst werden.
     
  • Nachteil: 
    etwas höheres Gewicht, höherer Preis

Zielfernrohren mit variabler Vergrößerung unterscheiden sich durch ihre Bauart:
Absehen in der Objektiv-Bildebene

Standard bei europäischen Zielfernrohren

Das Absehen verändert sich mit, wenn man eine andere Vergrößerung einstellt. 

Vorteil: 
Das Absehen kann zum einfachen Schätzen der Entfernung verwendet werden, da die Relation zwischen Absehen und Ziel immer konstant bleibt

Kein Risiko der Treffpunktverlagerung durch das Wechseln der Vergrößerung

Nachteil:
Da sich das Absehen mit vergrößert, werden die Balken mit zunehmender Vergrößerung immer dicker.


Absehen in der Okular-Bildebene

wird auch als 2.Bildebene bezeichnet

Das Absehen verändert sich nicht,  wenn man eine andere Vergrößerung einstellt.

Vorteil
Mit zunehmender Vergrößerung wird das Deckungsmaß im Ziel kleiner. D.h. feine Fäden bleiben fein. Dies ist besonders für Scheibenschützen, die nur bei hellem Tageslicht schießen, empfehlenswert

Nachteil:
Das Absehen kann nicht mehr zum einfachen Schätzen der Entfernung verwendet werden.


Wie hilft das Zielfernrohr beim Sehen in der Dämmerung?
Vergrößerung und Objektivdurchmesser Was beim Fernglas gilt, gilt auch beim Zielfernrohr. 
Eine hohe Vergrößerung (7-12 fach) kombiniert mit einem  Objektivdurchmesser um die 50 Millimeter ermöglicht eine hohe Dämmerungszahl.

Ist zudem die Lichtdurchlässigkeit um 90 Prozent oder darüber, so kann man bei schlechten Lichtverhältnissen mit dem Zielfernrohr sehr gut ansprechen und zielen.

Leuchtabsehen Leuchtabsehen können bei der Dämmerung zugeschaltet werden. Die Mitte des Absehens wird durch einen stufenlos regulierbaren Dimmer rot beleuchtet. Dadurch wird das präzise Abkommen ermöglicht.

Leuchtabsehen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, als Punkt, Fadenkreuz oder Pfeil, mit oder ohne Zielring.


Warum vereinfacht ein Zielfernrohr das Zielen?
Das menschliche Auge kann sich immer nur auf einen Punkt scharf stellen.

Während des Zielvorgangs fokussiert das Auge immer schnell zwischen Kimme, Korn und Ziel hin und her.

Man nennt diese Fähigkeit des Auges, sich auf Punkte in unterschiedlicher Entfernung rasch scharf einstellen zu können Akkomodation.

Ab einem Alter von etwa 30 Jahren kann sich das Auge nicht mehr so schnell hintereinander auf unterschiedliche Entfernungen einstellen

Die Akkomodationsgeschwindigkeit lässt nach. Dadurch wird das Zielen über Kimme und Korn problematisch.

Zielfernrohre bringen Absehen und Ziel auf eine Ebene. 

Auf diese eine Ebene kann sich das Auge ohne Probleme scharf einstellen.

Der Schütze kann sich voll auf das Ziel konzentrieren.


Die Qualitätsmerkmale
Wenn Sie Zielfernrohre miteinander in der Hand vergleichen, können Sie selbst folgende Kriterien beurteilen, 
Bei den anderen Merkmalen müssen Sie sich auf die Aussagen der Hersteller verlassen, Tests zu Rate ziehen, dem Verkäufer vertrauen oder selbst die Erfahrung während des Einsatzes des Glases machen:

Parallaxe
Parallaxe ist die scheinbare Verschiebung des Absehens in der Bildebene, wenn man beim Blick durch ein Zielfernrohr das Auge hin- und herbewegt.

Sieht man immer in der Mitter der Austrittspupille durch das Zielfernrohr, vermeidet man Parallaxefehler und damit mögliche Fehlschüsse.

Parallaxefrei kann man ein Zielfernrohr immer nur auf eine bestimmte Entfernung justieren.

Ohne weitere Angaben sind die meisten Zielfernrohre auf die übliche Entfernung von 100 Metern parallaxefrei eingestellt.


Zentriertes Absehen
Wenn der Haltepunkt vom Treffpunkt abweicht, kann man kleine Korrekturen selbst vornehmen, indem man das Absehen verstellt. Bei fast allen Zielfernrohren geschieht dies in den "Türmchen" am Mittelrohr mit der sogenannten Klickverstellung. Wie viele mm ein "Klick" auf 100 m ausmacht, kann man der entsprechenden Bedienungsanleitung entnehmen. Bei einem Zielfernrohr mit zentriertem Absehen bleibt das Absehen optisch in der Bildmitte, auch wenn man es tatsächlich nach Höhe und Seite verstellt hat.

Mittelrohrdurchmesser
Der Mittelrohrdurchmesser hat keine Auswirkung auf die Qualität eines Zielfernrohrs.

Bei Gläsern mit fester Vergrößerung hat sich in Europa ein Mittelrohrdurchmesser von 26mm etabliert, während er in Amerika 1 Zoll (= 25,4 mm) beträgt.

Variable Zielfernrohre benötigen durch die konstruktiven Unterschiede etwas mehr Platz. Daher ist ihr Mittelrohrdurchmesser meist 30 mm stark. 

Es gibt jedoch auch Bench Rest Zielfernrohre mit noch höheren Durchmessern wie z.B. 34 mm, um einen größeren Verstellbereich in der Höhe zu erreichen.


Mit oder ohne Schiene?
Das ist eine Frage der Montage.

Welche Montage zur welcher Waffe passt, weiß auf jeden Fall ein guter  Büchsenmacher.

Für Ringmontage benötigt man keine Schiene. Auch eine Kombination von Schienen- und Ringmontage ist möglich bei Zielfernrohren, die nur am Mittelrohr eine Schiene haben.

Moderne Montagesysteme wie die Blaser Sattelmontage nutzen ausschließlich diese Mittelrohrschiene zur Befestigung. 

Zielfernrohre mit Schiene haben oft zusätzlich ein "M" in der Bezeichnung (z.B. VM, LM, ZM) im Gegensatz zu den Zielfernrohren ohne Schiene (z.B. V, L, Z). Der oft etwas günstigere Preis der Zielfernrohre ohne Schiene wird meist durch den höheren Preis des Montage-Gesteckteils wieder ausgeglichen.


Montage und Einschießen
Als Faustregel kann man sich merken:
so niedrig wie möglich
.

Die Kombination von Waffe mit Zielfernrohr wird hauptsächlich durch eine präzise Montage bestimmt. Der Büchsenmacher passt diese individuell dem Schützen an. Der richtige Augenabstand sollte wegen des Rückstoßes beim Schuss je nach Hersteller etwa 80 mm betragen.

Bei großkalibrigen Safari-Kalibern wählt man eher den Magnum-Abstand von 90 mm. Denn die Jagd sollte nicht mit Platzwunden an den Augenbrauen enden.

Beim Einschießen justiert der Büchsenmacher das Zielfernrohr zur Waffe. Dabei wird der Mittelpunkt des Absehens und die Treffpunktlage der verwendeten Patrone aufeinander abgestimmt. Kleinere Korrekturen erfolgen durch die Absehenverstellung. Größere Korrekturen werden direkt an der Montage vorgenommen.

Wird die Munition oder die Charge (gleiche Munition, jedoch aus einem anderen Produktionsprozess) gewechselt, kann es zu Änderungen der Treffpunktlage kommen. Ein Kontrollschuss vor der Jagd ist daher dringend erforderlich.


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